Die STOCKSCHÜTZENABTEILUNG des TSV Straßberg

63 Jahre brauchten die „Waldler“ um auf den Stock zu kommen !

Anläßlich einer feucht fröhlichen Gründungsversammlung am 25.01.1985 im Sportheim des TSV wurde die Stockschützenabteilung ins Leben gerufen, nachdem bereits Ende 1984 mit dem Bau von zwei Stockbahnen auf dem damals neu entstandenen Nebenfeld begonnen wurde.
Die Fröhlichkeit erhielt aber sehr bald einen Dämpfer. Denn bereits im Juli 1985 begann ein vom Königsplatz in Augsburg kommender “Neustraßberger” (Namen wollen wir hier nicht nennen) seinen Kriegszug gegen den TSV Straßberg. Der Lärm aus Fußballtraining und das Krachen der Eisstöcke, begleitet von grell blendendem Flutlicht, das war zuviel für den eben dem Großstadtlärm entflohen.
Nach einigen Schriftwechseln (die Rechtsanwälte freuten sich) wurde es 1987 “grichtsmaßig”.
Leider hatte der TSV schlechte Karten. In der Anfangsbegeisterung, und weil man das sowieso nicht so eng sehen darf, hatten die Gründerväter nämlich vergessen eine Genehmigung für die Stockschießbahn und die Flutlichtanlage einzuholen.
Aber wie das meist im Leben so ist, man arrangierte sich. Die Flutlichtanlage blieb, die Stockschützen gingen.
Nachdem nach jahrelangen Prozessen endlich Ruhe war, ging auch besagter “Neustraßberger”. Was blieb war eine Asphaltfläche auf dem Nebenfeld. Die Streetballer freuten sich !

Wie einst Odysseus im alten Griechenland erging es zwischenzeitlich den Stockschützen des TSV Straßberg.
Von den Göttern genarrt, jedoch unverzagt, voll Kampfgeist und in Kameradschaft vereint auf der Suche nach einer Heimat.

Nachdem 1985 Gerhard Zinner Abteilungsleiter der Stockschützen wurde, übernahm bereits im März 1986 Gerhard Uhl das mittlerweile unangenehm gewordene Amt. Er mußte machtlos die Einstellung des Stockschießbetriebs in Straßberg Ende 1987 akzeptieren. Nichts desto trotz, oder vielleicht gerade deswegen, gelang unter seiner Führung ein rasanter sportlicher Aufstieg. Als Neueinsteiger, mit jährlichem Aufstieg, gelang es den Stockschützen des TSV Straßberg in der Saison 89/90 bis in die A-Klasse des Kreises 402 Schwaben aufzusteigen.

Neben dem sportlichen Erfolg ist die Kameradschaft die Haupttriebfeder bei den Stockschützen. Die Abteilung ist zwar klein (relativ konstant ca. 20 bis 30 Mitglieder) aber gefestigt und landkreisweit geachtet. Dies machte es auch möglich über 6 Jahre ohne eigene Stockschieß-Anlage einen geregelten Abteilungsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Nachdem Anfang 1988 erfolglos versucht wurde bei den Hobbyschützen des SSV Bobingen eine neue Heimat zu finden, spielten die Stockschützen des TSV Straßberg einige Zeit in Königsbrunn.
Ein echtes Ausweichdomizil wurde jedoch erst bei den Stockkameraden des SV Mering gefunden, die uns von 1990 bis 1993 unentgeltlich ihre Stockschießanlage zur Verfügung stellten.

Im Februar 1991 wurde Stefan Mögele Abteilungsleiter der Stockschützen des TSV Straßberg,
tatkräftig unterstützt von Alois Müller, seiner rechten Hand.
Vielleicht war es ja auch (ein anderer) Aloisius der die Geschicke der Bobinger Kommunalpolitiker in die rechte Richtung führte.
Denn nach zwei ablehnenden Stellungnahmen 1990 und 91 erklärte sich die Stadt Bobingen 1992 bereit eine städtische Stockschießanlage mit 4 Bahnen zu errichten und diese dem TSV Straßberg zur Benützung freizugeben. Ab Oktober 1993 wurde diese öffentliche Anlage neben der Realschule in Bobingen die neue Heimat der Stockschützenabteilung.
Nachdem Mitte 1994 mit finanzieller Unterstützung des Hauptvereins und viel Eigenleistung auch noch eine demontable Flutlichtanlage auf den städtischen Stockschießbahnen errichtet werden konnte, war wieder uneingeschränkter Spielbetrieb möglich.

Was jedoch fehlte waren sanitäre Anlagen und ein Lagerraum für Stockmaterial in akzeptabler Nähe der Bahnen. Von einer Möglichkeit sich nach dem Spiel auch mal zusammenzusetzen ganz zu schweigen.
Aber Aloisius scheint bei seinen regelmäßigen Besuchen in der Landeshauptstadt um die Jahrtausendwende auch über Bobingen gereist zu sein ;)
Nach Abwägung diverser Alternativen hat sich die Stadt Bobingen bereit erklärt, die städtische Stockschießanlage zu verlegen. Die jetzige Asphaltfläche steht dann „der rollenden Jugend“ zur Verfügung.
Am 1.Juli 2004 wurden die Asphaltierungsarbeiten für den Ersatzbau (wieder 4 Bahnen) zwischen dem Tennisheim und dem Wall der Leichtathletikanlage realisiert. Hier stellte uns die Stadt auch eine Pachtfläche südlich der Bahnen für den Bau unseres Stockschützenheims zur Verfügung.
Wir danken an dieser Stelle der Stadt Bobingen für Ihr Entgegenkommen.

Und dann wurde auch nicht lange gezögert. Der Asphalt der neuen Stockschießbahnen war noch nicht ganz kalt, da liefen schon die Vorbereitungen für den Bau unserer neuen Heimat.
In einer beeindruckenden Gemeinschaftsaktion mutierte die geplante „Stockhütte“ zu einem kleinen baulichen Schmuckstück: unserem neuen „Stockschützenheim“. Dank vieler fleißiger Hände, einer kräftigen Finanzspritze vom Hauptverein und dem großzügigen Entgegenkommen einiger Firmen konnte hier der edle Gedanke des Ehrenamtes in ein greifbares Ergebnis umgesetzt werden. Vielen Dank an alle !
Die Feier unseres 20-jährigen Bestehens konnten wir endlich in den „eigenen vier Wänden“ abhalten.
Der detaillierte Bauablauf ist dank unserem Klaus, der seit 2003 unseren Internetauftritt (und noch manches andere) managet, unter „Neubau Schützenheim“ nachzulesen.

Sportlich lief es zwischenzeitlich durchwachsen. Nach mehreren Auf- und Abstiegen hatte sich die Mannschaft des TSV Straßberg lange Zeit auf die B-Klasse eingependelt. Blieb als schwacher Trost, daß es noch eine Klasse darunter gibt.
Mit der neuen Heimat kam jedoch auch der sportliche Erfolg. Im Jahr 2005 gelang sowohl auf Eis, als auch auf Asphalt der Aufstieg in die A-Klasse. Mit Trainingsfleiß und Mannschaftsgeist wurde danach Aufstieg um Aufstieg erkämpf.
Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 2010 konnte in beiden Disziplinen die Bezirksliga A erreicht werden.

Aber nicht nur sportlich ging es bergauf. Durch das Stockschützenheim konnten neben dem regelmäßigen Trainingsbetrieb auch geselliges Vereinsleben gepflegt werden. Mit der Einführung der „Dorfmeisterschaft im Stockschießen“ wurde eine Veranstaltung geschaffen, die nach dem Motto „Freunde unter Freunden“ ein Zusammenwachsen der Straßberger Vereine zum Ziel hat.
Da unser Stockschützenheim dabei ein bißchen zu eng wurde haben wir 2010 eben erweitert. Die Baumaßnahme ist natürlich (von unserem Klaus wieder nahtlos dokumentiert) auf unserer Homepage unter „Erweiterung SSH“ nachzulesen.

Doch was bei uns sowieso am meisten zählt sind Mannschaftsgeist und Kameradschaft. Dies zeigt sich am deutlichsten in der regen Abteilungsaktivität. Neben dem regelmäßigen Trainingsbetrieb sind der von Ex-Landrat Dr. Frey ins Leben gerufene Landkreiswettbewerb „Bollingerpokal“ und überregional besuchte Eigenturniere fester Bestandteil unseres Stockschützenalltags.
„Und zünftig sammer eh.“

Der Stockschützenabteilung des TSV Straßberg fehlt nur noch eins: Sie, lieber Leser !
Für Frauen und Männer zwischen 15 und 70 ist das Stockschießen eine leicht zu erlernende Sportart, die sowohl zur Unterhaltung in familiärer Atmosphäre, als auch hochmotiviert im echten Wettkampf ausgeübt werden kann.
Nehmen Sie Kontakt auf. Wir freuen uns auf Ihr Kommen !

Stefan Mögele

Abteilungsleiter der Stockschützen des TSV Straßberg

Kontakt
über Tel. 08234/2090
oder per Mail über unsere Homepage: www.tsv-strassberg-stockschuetzen.de